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Deckelterrine auf Plateau
Entwurf: Karl Friedrich Schinkel, Berlin um 1820 und 1837
Ausführung: Johann George Hossauer, Berlin um 1845
Terrine und Plateau gemarkt:
Meistermarke: HOSSAUER / BERLIN (Scheffler Berlin 381)
1. Zeichenmeister: Berliner Bär mit K (Scheffler Berlin 14)
2. Zeichenmeister: B im Rund (Scheffler Berlin 19)
Gehaltmarke: 12 / LÖTH: (ähnlich Scheffler Berlin 25b)
größte Höhe 46,5 cm größte Breite 38,5 cm Gewicht 4.466 g
Silber, gedrückt, gegossen, geprägt, ziseliert und montiert, Deckel und Terrine innen vergoldet.
Fuß und Terrine mit Gewinde und Kreuzmutter, Deckel und Knauf mit Gewinde und vergoldeter Flügelmutter verschraubt.
Der Entwurf der Terrine stammt von dem berühmten Berliner Architekten und "Designer" Karl Friedrich Schinkel, der ihn in den vom Gewerbeinstitut ab 1821 herausgegebenen "Vorbildern für Fabrikanten und Handwerker" veröffentlichte.1) Schinkel erweiterte den Entwurf der Terrine 1837 um ein Plateau auf drei geflügelten Greifenfüßen 2) im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III., der eine Terrine
mit Plateau seinem neu ernannten Kriegsminister von Rauch verehrte.3) Eine weitere Ausführung der Terrine auf Plateau mit drei vollplastischen Figuren und preussischem Adler als Deckelbekrönung, ebenfalls von Hossauer gefertigt, besitzt das Victoria and Albert Museum in London.4)
Hossauer war der bedeutendste Goldschmied der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Berlin, der einzige, der vom preußischen König das Prädikat "Goldschmied Sr. Majestät des Königs" verliehen bekam. Er hat zahlreiche Silberarbeiten nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel vorwiegend für den Königshof und andere deutsche Adelshäuser angefertigt. Sein Lebenswerk wurde im Sommer 1998 in einer großen Ausstellung im Schloß Charlottenburg, Berlin, gewürdigt. Der zur Ausstellung erschienene Katalog, das Standardwerk zu Hossauer, ist die in Buchform gebrachte Dissertation der u.e. Melitta Jonas. In dieser Ausstellung wurde auch unsere Terrine gezeigt.5)
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1) Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker (Berlin: Technische Deputation für
Gewerbe, ab 1821), Erste Gesamtausgabe 1830, Abt. II, Blatt 29.
Vgl. Melitta Jonas, Gold und Silber für den König / Johann George Hossauer (1794-
1874) Goldschmied Sr. Majestät des Königs (Berlin: Willmuth Arenhövel, 1998),
Abb. 40.
2) Gleiche geflügelte Klauenfüße hat Schinkel schon in den 1820er Jahren für Möbel
verwendet, s. Karl Friedrich Schinkel 1781-1841 (Berlin (Ost): Staatliche Museen zu
Berlin, 1982), 239, Nr. 387 (Hinweis auf eine Werkzeichnung für die Bronzefüße - SM
43 a. 77).
3) Melitta Jonas, a.a.O., 101 f., Nr. 31 (Abb.).
4) Melitta Jonas, a.a.O., 102 f., Nr. 32 (Abb.).
5) Melitta Jonas, a.a.O., 103 f., Nr. 33 (Abb.). |
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