Becher

Christian Ernst Behlow (Böhlow)
Berlin um 1720

Unter dem Boden gemarkt:
Zentrierpunkt, Tremolierstich,
Berliner Bär mit Punkt im Hochoval
(ähnlich wie Scheffler Berlin Nr. 4),
Meistermarke C·E·B im Queroval
(Scheffler Berlin Nr. 95, S. 66)
Besitzermonogramm EK (geritzt)

Höhe 10,8 cm Ø 9,9cm (oben) Ø 7,2 cm (unten) Gewicht 220 g

12 löthiges Silber, getrieben und montiert,
Innenwandung, Lippenrand und unterer Rand vergoldet, graviert.

Der Becher ist von leicht konisch sich nach oben erweiterter Form, die glatte Wandung endet in einem einmal getreppten verstärkten Rand, an Fuß und Mündung befindet sich ein durch schmale Rillen begrenzter Steifen, der -wie die Innenwandung - vergoldet ist. Auf der Schauseite ist ein Allianzwappen fein graviert. Beide Wappen zeigen Lilien, es wird sich um Wappen von hugenottischen Einwanderen handeln, von denen zahlreiche auch Goldschmiede waren, die die Produktion der Berliner Goldschmiede der Zeit stark beeinflußt haben.

Christian Ernst Below wird um 1710 Amtsmeister, er ist 1731 gestorben. Der Becher zeigt exemplarisch die Reduktion auf die reine stereometrische Form, wie sie am Anfang des 18. Jahrhunderts vorherrschte. Berliner Silber aus dieser Zeit ist sehr selten, da große Bestände durch die Einschmelzaktionen Friedrich II. und Friedrich Wilhelm III. für immer verloren gegangen sind.


Vgl. Wolfgang Scheffler, Berliner Goldschmiede - Daten Werke Zeichen (Berlin: Bruno Hessling, 1968) S. 66, Nr. 338 und Abb. 18 (Münzbecher gleicher Form).