Theo von Brockhusen (1882-1919)
"Weidenweg in Mecklenburg" 1918


Öl auf Leinwand, 95,3 x 128 cm
Auf der Rückseite zwei Aufkleber:
"Nr. 22 zweiundzwanzig Weiden"
"8 Weidenweg in Mecklenburg 1918"

Theo von Brockhusen wird am 16. Juli 1882 in Marggrabowa in Ostpreußen geboren. In jungen Jahren ist er Schüler der Akademie in Königsberg, seine Lehrer sind Max Schmidt und Olof Jernberg. Im Herbst 1904 siedelt er nach Berlin über; die Stadt bleibt ihm bis zum Ende seines Lebens Heimat. In Berlin und Umgebung, hauptsächlich am Schwielowsee bei Baumgartenbrück und in Seelow in der Mark Brandenburg verbringt er den größten Teil der nächsten 15 Jahre - unterbrochen nur von Reisen nach Holland (Knocke), Belgien (Nieuport), Italien (Gardone) und einem langen Aufenthalt in Florenz, als Träger des Villa-Romana-Preises im Jahre 1913.

1905 stellt er auf der 2. Deutschen Künstlerbund Ausstellung Berlin zum erstenmal aus und erregt in der Öffentlichkeit Aufsehen. Im gleichen Jahr wird er Mitglied der Berliner Sezession, auf deren Ausstellungen er bis zur Spaltung 1912 seine Werke zeigt. 1913 ist er Gründungsmitglied der Freien Sezession unter Max Liebermann; schon bei der ersten Präsentierung der Gruppe gehört er der Ausstellungsleitung an. Im Jahre 1918 wird er Liebermanns Nachfolger als Präsident der Freien Sezession. Seine Bilder werden auch außerhalb Berlins gezeigt: in Dresden, Düsseldorf, Bremen und Weimar. An einem schon in Jugendjahren aufgetretenen Lungenleiden stirbt Brockhusen zu früh am 20. April 1919.

In der Literatur und Kritik der Zeit finden seine Bilder positive Resonanz. Die Freie Sezession veranstaltet im Rahmen ihrer alljährlichen Ausstellung 1919 eine Gedächtnisausstellung mit 22 Gemälden. Die Galerie Ferdinand Möller, Berlin veranstaltet 1929 zum 10jährigen Todestag eine große Retrospektive, ebenso wie im Mai 1932. 1954 zeigt die Galerie in einer Ausstellung mit Werken von Heckel, Jawlensky, Kirchner, Otto Mueller u. a. eine Sonderschau mit elf Bildern Theo von Brockhusens.
Seine Gemälde befinden sich in vielen deutschen Museen, unter anderem in der Nationalgalerie und im Stadtmuseum Berlin.

Das Gemälde befand sich seit seiner Entstehung im Besitz Brockhusens und später seiner Tochter, Sigwyna von Geyso, dann deren gleichnamiger Tochter .
Die verwendete Leinwand war ein Windabweiser eines Tennisplatzes eines Freundespaares in Schlesien. Sie wurde von Brockhusen zur Verfügung gestellt, da es in den schweren Kriegsjahren keine Leinwand für Gemälde zu kaufen gab. Ebenso gab es keine Keilrahmen zu kaufen, so daß von Brockhusen sich einen einfachen Rahmen aus Holz selber konstruierte, der nicht zu keilen war (wie bei vielen Gemälden aus dieser Zeit).

Ausgestellt:
Galerie Ferdinand Möller Berlin, Gedächtnisausstellung zum 10jährigen Tode Brockhusens, Juni 1929.

Vergl. Katalog: Gerhard Leistner, Tim D. Gronert u. a. Theo von Brockhusen - Ein Maler zwischen Impressionismus und Expressionismus, Regensburg und Berlin 1999-2000.

Ulrich Gronert ist der Kunsthändler, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg am intensivsten um den zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Brockhusen gekümmert hat. Im Jahre 1977 veranstaltete er die erste grössere Einzelausstellung des Künstlers und ist ihm seitdem stets treu geblieben. Eine beträchtliche Anzahl der in Regensburg und Berlin gezeigten Gemälde ging im Laufe der Jahre durch seine Hand.

Es befinden sich noch weitere Bilder im Angebot von Ulrich Gronert Kunsthandel.