|
|
Ulrich Gronert Kunsthandel - seit 32 Jahren
im Dienste der Kunden und der Kunst
Vorwort zum Katalog "30 Jahre Urlich Gronert Kunsthandel"
30 Jahre, das weckt Freude und Stolz, aber auch ein wenig Erschrecken. 30 Jahre soll es her sein, daß wir uns mit 23 Jahren entschloßen, ein Geschäft mit "Antiquitäten" zu eröffnen? Damals hatten wir vor diesem Begriff so viel Hochachtung, daß wir neudeutsch "Galerie Antique" an unser Schaufenster schrieben, es waren ja nicht sofort Antiquitäten, mit denen wir handelten. Sehr bald haben wir uns überlegt, womit wir, mit wenig Kapital und auch noch keinen umwerfenden Kenntnissen ausgestattet, den "alten Hasen" der Branche zumindest ein wenig Paroli bieten könnten. Was lag näher, als uns einem Gebiet zu widmen, das damals noch mit dem Hautgout des Kitsches behaftet war, dessen Kunsterzeugnisse von den Alteingesessenen gar nicht oder nur mit gerümpfter Nase angesehen wurden: dem Kunsthandwerk des europäischen Jugendstils. - Zur Erinnerung sei erwähnt: die Ausstellung von Jugendstilobjekten war damals auf den Deutschen Kunstmessen untersagt (zum Thema Ignoranz s.u.)!
Das Interesse am Kunsthandwerk des 20. Jahrhunderrts erweiterte sich dann immer mehr in Richtung Gegenwart: die 1920er Jahre, der "Art Déco", die 1930er bis 1950er Jahre. Die Ausstellung der großen Sammlung von Gläsern der schwedischen Glasmanufaktur Orrefors (Sammlung Ursel Gronert) im Kunstmuseum Düsseldorf und die Erstellung des Buchkataloges "Glas in Schweden 1915-1960" zusammen mit Helmut Ricke waren ein Höhepunkt unseres händlerischen und sammlerischen Lebens.
Viele Ausstellungen, für den Kunsthandel ungewöhnlicher als für Galerien, haben unsere Tätigkeit begleitet, u.a.: Keramiken Max Laeugers, Gemälde des Berliner Sezessionisten Theo von Brockhusen, Arbeiten des dänischen Silberschmieds Georg Jensen, Gemälde des Holländers Harmen Meurs, "Europäische Kunstgläser um 1920" und "Berlin ... und anderswo", die Ausstellung zum 26. Jubiläum, der heutigen ähnlich.
So wichtig, wie in der frühen Zeit die Spezialisierung auf eine bestimmte Epoche war, so richtig war die Entscheidung, das Spektrum zu erweitern. Vor mehr als fünfzehn Jahren begannen wir, mit unserem Angebot zeitlich immer weiter rückwärts zu gehen. Dies lag besonders nahe, weil stets ein Schwerpunkt unseres Angebotes auf den Erzeugnissen der KPM Berlin gelegen hatte. Anhand der Porzellane dieser von uns geliebten Manufaktur hangelten wir uns ins 19. Jahrhundert - was gab es da nicht alles zu entdecken! Es war und ist das bis heute am wenigsten aufgearbeitete Jahrhundert, obwohl in lezter Zeit diese Forschungs-lücke immer weiter geschlossen wird (jüngstes Beispiel sind die Ausstellung und das Buch von Melitta Jonas über "Johann George Hossauer - Goldschmied Sr. Majestät des Königs"). Seit etwa fünf Jahren kamen dann Kunstgegenstände auch aus dem 18. Jahrhundert hinzu, besonders unserer beiden Schwerpunkte: Porzellan und Silber.
Heute bieten wir den Sammlern, Museen und Liebhabern Werke aus 300 Jahren europäischer Kunstgeschichte - dieser Katalog gibt einen Eindruck hiervon.
30 Jahre, das ist auch eine Generation. So sind wir besonders beglückt, daß unser Sohn Tim Dorian in unsere Fußstapfen tritt und ab heute, nach einem Kunstgeschichtestudium, als Partner an unserem Geschäft beteiligt ist. Viele der Texte dieses Kataloges stammen aus seiner Feder. Das Studium hat er nach sechs Semestern (zwei davon in London, die ihm in Hinblick auf "Decorative Arts" mehr Kenntnisse brachten, als vier in Berlin) beendet, weil es auf deutschen Universitäten noch immer keinen Studiengang zum Kunsthandwerk gibt!
Eine unglaubliche Ignoranz und ein unverzeihliches Versäumnis unseres politischen "Kultur"-Apparates, das sich leider auch in der Schule und damit in der allgemeinen Erziehung der Menschen fortsetzt. Welcher Liebhaber des Kunsthandwerks wüßte hiervon nicht ein Lied zu singen!
Trotzdem und gerade darum: wir halten die Fahne des Kunsthandwerks hoch - wenigstens die nächsten 30 Jahre!
Ursel und Ulrich Gronert, im Herbst 1998
*
Seit dieser Zeit hat sich einiges auf dieser Welt und in unserer Arbeitswelt getan: die elektronischen Medien haben sich rasant entwickelt, das internet ist zu einem Medium geworden, in dem wir nun weltweit unsere Objekte anbieten können. Wir sind "associated dealers" von SOTHEBYS.COM, wo wir einige unserer Kunstwerke zur Auktion anbieten können (klicken Sie den Button "Auktion"). Tim nimmt seit 1999 die nationalen und internationalen Messen war (klicken Sie den Button "Veranstaltungen"):
Hamburg; Hannover-Herrenhausen; The International Ceramic-Fair and Seminar, London; München.
Und immer mehr kristallisiert sich unser Motto heraus:
Es gibt drei Kriterien für die Kunst und für das Kunsthandwerk - Qualität, Qualität und Qualität!
Die Welt bewegt sich und wir bewegen uns mit ihr.
Viel Vergnügen und ästhetischen Genuß beim Betrachten unserer Website wünschen Ihnen
Ursel, Ulrich und Tim Gronert, im Mai 2000
|
|